Deutsche Gemmologische Gesellschaft

Warenkorb Ihr Seminarplaner ist noch leer.

Afghanit

Afghanit ist ein komplexes Silikat der Cancrinitgruppe. Es handelt sich hierbei um seltene Gerüstsilikate (Tektosilikate) ohne zeolithisches H2O. Cancrinit selbst ist als zumeist gelber durchscheinender Sammlerstein bekannt.

Afghanit besitzt die chemische Formel

(Na,K,Ca)6Ca2[(SO4,CO3)2/(Cl,OH)2/(Al,SiO4)6].nH2O

und kristallisiert hexagonal. Durchscheinende blaue Exemplare kommen aus Afghanistan und werden facettiert oder in Form von Cabochons als Sammlersteine im Handel angeboten. Fundort ist das bekannte Lapis lazuli-Vorkommen von Sar-e-Sang in der Provinz Badakshan. Afghanit tritt dort in feinen Adern zusammen mit Lasuritkristallen auf.

Afghanit besitzt eine Mohs-Härte von 5½ – 6 und eine vollkommen Spaltbarkeit. Die Strichfarbe ist weiß.

Bezüglich der chemischen Zusammensetzung verwandte Minerale sind Sodalith, Hauyn und Lasurit, die zur Sodalithgruppe gehören und auch makroskopisch, speziell Farbe und Transparenz, dem Afghanit ähnlich sind.

              BildAfghanit

                      Von links: Afghanit (0,34 ct), Sodalith, Namibia (0,75 ct) und Hauyn, Eifel (0,41 ct)

 

Mineral                                                         Lichtbrechung               Dichte

           

Afghanit                                                         no = 1,523                   2,48

(Na,K,Ca)6Ca2[(SO4,CO3)2/                               ne = 1,529

(Cl,OH)2/(Al,SiO4)6].nH2O                                                                                     

hexagonal                                                      Δn = 0,006

 

Sodalith                                                          n = 1,483 – 1,487       2,27 – 2,33

Na8[Cl2/(AlSiO4)6]

kubisch

 

Hauyn                                                             n = 1,490 – 1,507       2,44 – 2,50

(Na,Ca,□)8[(SO4)2/(AlSiO4)6]

kubisch

 

Lasurit                                                            n = 1,500                    2,75

(Na,Ca)8[S2/(ASiO4)6]

 

Ursächlich für die blaue Farbe ist wie beim Hauyn ein SO3- Elektronenzentrum, das eine breite Absorptionsbande im Gelborange mit einem Maximum bei 600 nm verursacht. Das für die blaue Farbe verantwortliche Transmissionsmaximum liegt im Blau.

U. Henn