Deutsche Gemmologische Gesellschaft

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Künstliches Produkt als „synthetischer Sugilit“ im Handel angeboten

Sugilit ist ein seltenes, hexagonal kristallisierendes Silikat mit der chemischen Formel (K, Na) (Na, Fe)2 (Li2, Fe) (Si12O30) und wurde erstmals 1976 von Murakami et.al. beschrieben. Die attraktive rötlich-violette Farbe wird durch Mangan verursacht. Entdeckt wurde es 1944 von dem japanischen Geologen Ken-ichi Sugi, nach dem das Mineral benannt wurde.

Es gibt ein einziges kommerziell wichtiges Vorkommen in Südafrika und zwar die „Wessels mine“, nahe Hotazel/Kuruman.

Aufgrund seiner Beliebtheit als Schmuckstein sowie seiner Seltenheit wird Sugilit schon seit Längerem imitiert. Henn beschrieb 1998 eine Keramik (Pressprodukt), die aus Bariumsulfat und Kunstharz besteht.

Auch gefärbter Quarzit sowie gefärbter massiver Beryll sind als Imitationen bekannt.

Seit einiger Zeit wird ein Material im Handel angeboten, das als synthetischer Sugilit bezeichnet wird. Die Farbe ist der des Sugilits ähnlich. Das Material ist optisch isotrop.

Mit dem Refraktometer wurde ein konstanter Wert bei n = 1,540 gemessen.

Die mit der hydrostatischen Waage bestimmte Dichte beträgt 1,7 g/cm3.

Diese Werte stimmen nicht mit denen des natürlichen Sugiliths überein: n = 1,607 – 1,610 und D = 2,74 g/cm3.

Mit einer heißen Nadel konnte von der Oberfläche Material weggeschmolzen werden.

Das mikroskopische Einschlussbild zeigt bei starkem Durchlicht schwarze, körnige Bereiche in der rötlichen Matrix, die noch näher bestimmt werden müssen. Das untersuchte Material fluoresziert stark orange-rot unter langwelligem UV-Licht.

Mit der RFA wurden als Hauptkomponenten der Matrix Silizium, Aluminium, Eisen und Schwefel bestimmt. Anhand dieser Messungen lässt sich feststellen, dass das untersuchte Material kein synthetischer Suglit ist, sondern eine keramische Komponente besitzt. Natürlicher Sugilit enthält Mangan als sein farbgebendes Element und wurde in diesem Produkt nicht nachgewiesen.

Die verhältnismäßig geringe Dichte von 1,7 g/cm3 weist auf einen hohen Kunstharzgehalt hin.

 

F.Schmitz

 

SynthSugil MakrofotoStefanKoch2

Abb. 1: Das untersuchte künstliche Produkt, das als „Synthetischer Sugilit“ im Handel angeboten wird.

            Abmessungen: 14,1 x 10,2 x 6,3mm. Gewicht: 3,46 ct. Foto: S.Koch (DSEF)

 

EinschlussbildSynthSugilith2

Abb. 2 Bei seitlicher Beleuchtung sind mit dem Mikroskop schwarze Einschlüsse, die z.T. schleierartig

           in der Matrix verteilt sind, zu beobachten (30x).

 

Weiterführende Literatur:

Fryer, C. et al. (1981): Gem Trade Lab Notes – Sugilite.- Gems and Gemmology 17, 105-106.

Henn, U. (1986): Sugilit aus Südafrika.- Zeitschrift der Deutschen Gemmologischen Gesellschaft 35, 1/2, 65-67.

Shigley, J.E et al. (1987): The occurrence and gemological properties of Wessels mine sugilite.- Gems and Gemmology 23, 78-89.

Dunn, P. J., Brummer, J. J. and Belsky, H. (1980): Sugilite, a second occurrence: Wessels mine,

Kalahari manganese field, Republic of South Africa.- Canadian Mineralogist 18, 37-9.

Koivula, J.I, Kammerling, R.C (1990): Gem News – Dyed quartz imitation of sugilite?.- Gems and Gemmology 26, 309.

Murakami, N., Kato, T., Miura, Y. and Hirowatari, F. (1976): Sugilite, a new silicate mineral from Iwagi Islet, southwest Japan.- Mineralogical Journal 8, 2, 110-121.